Urbane Mobilität: Hausbesitzer bitte umdenken!

(c) FotoliaAnlässlich der Blogparade zum Thema Urbane Mobilität bin ich als Raiffeisen-Leasing Mitarbeiter von der Teilnahme am Gewinnspiel ausgeschlossen, Gedanken zum Thema mache ich mir aber trotzdem ;-)

 

 

 

In Wien gibt es eine große Zahl an Häusern, die aus der Gründerzeit stammen. Ich lebe seit mehr als 20 Jahren in Wien und habe in dieser Zeit in vielen Bezirken gewohnt, immer in einem Altbau. Auch jetzt wohne ich in einer Gegend, die sich von der Gebäudestruktur her um 1900 entwickelt hat. Die Hausverwaltung hat beim Einzug in die Wohnung damit geworben, dass es auch einen Fahrradabstellraum gibt. Von Beginn an war dieser – gelinde gesagt – etwas unterdimensioniert. In den letzten Jahren hat sich aber der Trend zum Fahrradfahren in Wien derart verstärkt, dass in meinem unmittelbaren Umfeld fast jeder Haushalt mindestens zwei Fahrräder besitzt. Entsprechend angespannt ist die Situation nun in den Fahrradabstellbereichen (siehe Foto).

Quelle: Günter Strobl

Es wundert mich immer wieder, wie viel öffentlicher Platz – ganz selbstverständlich – dem Auto zugestanden wird. Bei Fahrrädern muss man um jeden zusätzlichen Quadratmeter kämpfen. So sind auch wir in unserem wunderschönen Gründerzeithaus mit unserer Hausverwaltung derzeit in intensiver Diskussion über mehr Abstellplätze für Fahrräder. Es hat sich mittlerweile eine Interessensgemeinschaft der MieterInnen gebildet und versucht die Hausverwaltung von diesem erhöhten Platzbedarf zu überzeugen. Ein zähes Unterfangen. Ich merke in der Auseinandersetzung, dass hier erst noch ein Umdenken stattfinden muss.

Es muss selbstverständlich werden, dass auch jede Altbauwohnung in Zukunft einen Fahrradabstellplatz bekommt. Das wäre doch auch eine Idee für eine förderungswürdige Initiative für die Wiener Stadtpolitik. Denn: Abstellplätze für Fahrräder zu schaffen, muss die Politik auch interessieren. Genauso wie man jahrzehntelang öffentliche Flächen und Garagenplätze für Autos geschaffen hat, ist es nun an der Zeit dies für den steigenden Radverkehr zu tun. In Zukunft wird aber die Attraktivität einer Altbauwohnung in Wien auch von den Möglichkeiten der Abstellmöglichkeiten für Fahrräder abhängen. Also: Hausbesitzer bitte umdenken!

 
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Über den Autor

Günter Strobl

Günter Strobl leitet seit 2006 den Bereich Information & Organisation in der Raiffeisen-Leasing. 2003 hat er das Qualitätsmanagement für das Unternehmen entwickelt und aufgebaut. Neben IT und Unternehmensstrategie ist er für das Betriebsmanagement und damit für Beschaffung und Gebäudemanagement verantwortlich. Die bisherigen privaten und beruflichen Stationen des gebürtigen Waldviertler waren nach dem Betriebswirtschaftsstudium in Wien und den USA u.a. das Unternehmen PHILIPS, der ORF, die Stuttgarter Managementberatung Horváth & Partners sowie die Wiener Grünen. Sein XING-Profil:

2 Comments

  1. Nicht nur die Hausbesitzer müssen umdenken, auch die Arbeitgeber sollten mal daran erinnert werden, dass ihre zunehmend mit dem Rad mobilen Mitarbeiter Abstellplätze für Ihre Räder brauchen. Vor allem sichere und möglichst einbruchssichere, denn die künftigen Elektroräder stellen ja eine größere Investition dar

  2. Lieber Peter Fischer, das sehe ich genauso. Auch bei den Arbeitgebern gibt es großen Handlungsbedarf. Wie überhaupt die städtische Infrastruktur sich stärker darauf einrichten wird müssen. Man braucht heute nur an einem schönen Tag wie heute, die Radabstellvorrichtungen beobachten und sieht, wie stark der Bedarf steigt.
    Ich bleibe am Thema dran … ;-)

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