Energie sparen mit Luxushühnern, Ökostrom und Sommertemperatur im Winter

Endlich eine Blogparade im Energiebereich zum Thema Energie sparen! Nach den furchtbaren Ereignissen in Japan wird dieses Thema einfach immer wichtiger, deshalb schließe ich mich an. Ich würde mich über weitere österreichische Blogger freuen, jeder der schreibt, bekommt ein Strommessgerät. Ich werde hier bewusst auf das Thema Energiesparen und nicht Geldsparen eingehen. Natürlich ist dies oft ein guter Nebeneffekt, aber die Tipps hier, zielen in erster Linie auf das Einsparen von Energie.

Die klassischen Themen über stromfressende Gerätschaften im Haushalt lasse ich Technikleute beantworten. Hierzu habe ich nur zu sagen, dass der Kühlschrank eines der ersten Geräte sein sollte, welcher A++ Standards entspricht. Er läuft schließlich 24/7. Ich persönlich habe mich vor 2 Jahren für ein A-Gerät entschieden, weil mir damals erstens noch nicht bewusst war, wie groß der Unterschied zwischen A und A++ ist und zweitens weil ich noch nicht wusste, welch grossen Anteil der Kühlschrank am Gesamtverbrauch (15-25%) hat.

1. Energiespartipp: Teuren Ökostrom kaufen

Ja, richtig gelesen! Manchmal muss sich der Mensch eben selbst überlisten. Wenn Energie so billig ist, dass man sie gerne aus dem Fenster rausheizt/schmeisst, muss man sie selber teurer machen, wenn das der Staat schon nicht tut. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass der Umstieg auf einen etwas teureren Ökostromanbieter (natürlich 100% Anbieter) tendenziell zu einer Senkung des Energieverbrauchs führt. Manchmal in so großem Umfang, dass letztendlich weniger auf der Rechnung steht. Ein solcher Umstieg geht meist mit einer positiven Bewusstseinsentwicklung einher. Energiesparende Lampen werden eingesetzt, das Licht mal abgedreht, wenn man in einem anderen Raum ist und nicht zuletzt, der grösste Hebel: Die Heizung wird optimal eingestellt oder Dämmmaßnahmen getätigt.

2. Energiespartipp: Mit energiearmen Zutaten kochen

Hier sind natürlich nicht Kalorien, sondern immer noch kWh gemeint. Wir wissen mittlerweile wie energieintensiv die industrielle Fleischproduktion ist.  Deshalb darf man ruhig das ein oder andere mal darauf verzichten und leckeres Gemüse aus einem regionalen Gemüsekistl verzehren. Wenn’s  1-2x pro Woche doch Fleisch sein soll, dann das Biofleisch aus der Region. Für wahre Feinschmecker darfs ab und zu vielleicht ein Luxushenderl, das 240 statt 31 Tage stressfrei wachsen durfte, sein. Die Kostenwahrheit beim Huhn ist erschreckend, 25,- statt 5,- aber es ist auch logisch: Schnell wachsen heisst in kurzer Zeit viel Energie reinstecken und Energie kostet nix. Langsam wachsen braucht zwar weniger Energie aber viel mehr Zeit und wie wir wissen heisst es so schön: Zeit ist Geld!

3. Energiespartipp: Sommertemperatur im Winter einstellen

Wer meint, sich die oben genannten Tipps nicht leisten zu können, kann sich hier die große Kohle zurückholen. Falsch eingestellte Heizungsregler sind die grössten Geld- und Energievernichter in einem Haushalt. Leider hat nicht jeder das Glück einen Heizungsprofi in der Familie zu haben, aber oft fehlt einfach das Bewusstsein. Hier meine Tipps:

  • Anschaffung eines Heizungsreglers mit Zeitschaltuhr
  • Einstellung der Laufzeiten auf die tatsächlichen Anwesenheitszeiten, bzw. in Zukunft Regelung übers Handy steuern
  • Das Wichtigste: Die Sommertemperatur der Klimaanlage aufs Winterdisplay holen. 21° reichen völlig und ein Pulli hat noch niemanden umgebracht. Die Temperatur macht außerdem eine schlanke Figur. Im Sommer kann dann gerne die oft übliche Wintertemparatur von 25° eingestellt sein.

Der letzte Tipp hat mir letztes Jahr übrigens über € 500,- an Guthaben eingebracht. Mit dem Geld könnte ich also ganze 20 Luxushühner kaufen!
Weitere Beiträge der Blogparade:

 
About the Author

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin und passionierte Energiebloggerin. Nach dem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien widmete sie sich als eine der wenigen Wirtschaftsabsolventen bereits im Jahr 2008 dem Thema Solarenergie. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. Seit 2012 ist sie Chefredakteurin des von der Ritter Gruppe initiierten Solarthermieblogs Ecoquent-Positions und Mitbegründerin des größten deutschsprachigen Energiebloggerzusammenschlusses www.energieblogger.net. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die größte Einkaufsgemeinschaft für Unternehmen www.tausendundeindach.at und hält laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien.

6 Comments

  1. Der Tipp mit dem Heizkörperregler ist wichtig. Wenn man sich den Investitionsaufwand für einzelne Einsparmaßnahmen anschaut, versursachen Heizkörperregler nur geringe Investitionen und führen zu einer Einsparung zwischen 10 bis 30 %, d.h. sie amortisieren sich relativ schnell.

  2. Hi Bernhard!

    Stimmt, nur leider ist dieses Bewusstsein bei weitem noch nicht in der Masse.

    Tagesaktuell sollte auch nochmal auf den Punkt mit den Klimaanlagen hingewiesen werden. Ich will nicht wissen, wie viele Anlagen heut wieder auf 18° eingestellt sind… völlig sinnlos…

  3. Heizungsregler mit Zeiteinstellung – Wie darf ich mir das vorstellen? Gibt es dazu noch irgendwo mehr Informationen. Das würde mich sehr interessieren.

    Du hast es ein bisschen kurz angeschnitten hier :-)

  4. Sehr guter Artikel, aber die Sache mit dem EnergieSPAREN liegt mir nicht so ganz. Die Sonne schickt mehr Energie auf die Erde als wir nützen können, daher kann ich dem Punkt mit der Raumtemperatur nur bedingt zustimmen. Ich habe im Winter auch 24° im Haus, aber die kommen von der Solaranlage und der Fußbodenheizung. Statt „sparen“, würde mir „effizient nutzen“ besser gefallen.
    Ein anderes Beispiel wäre die Waschmaschine. Der meiste Strom bei der Waschmaschine wird beim Aufheizen von Wasser verbraucht. Wenn das Wasser aber schon mit z.B. 60° von der Solaranlage kommt, ist es fast egal welchen Wirkungsgrad die Maschine hat, sie ist dann global gesehen effizienter als ein A++ Gerät obwohl beide Geräte annähernd gleich viel Energie (!= Strom) gebruacht haben. Bei der einen Lösung kommt die Energie direkt von der Sonne (=gratis) und bei der anderen aus der Steckdose.

    Aber das meiste Sparpotenzial liegt in der Vernetzung der Gewerke. Wenn z.b. die Solaranlage endlich mit dem Pelletskessel sprechen könnte.
    Ich habe das bei mir selber gebaut und eine Pelletsreduktion um 33% (ohne Reduktion der Raumtemperatur) erziehlt.

    Mit den Heizkörperventilen ist das so eine Sache. Das kommt ganz auf die Situation an. In einem Einfamilienhaus, hat man zu meist einen Raumtermostat für den Heizkessel und der würde sofort dagagen regeln (und einheizen) wenn die Raumtemperatur absinkt. Also muss man hier den Kessel mit einbeziehen in die Berechnung und Planung.

    Btw. eines der Ziele eines Smart Homes ist die Energieeffizienz ;-)

    Smarte Grüße
    Peter

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