Über Energie und Effizienz

Die Fragen, mit denen ich mich in letzter Zeit ein wenig auseinander gesetzt habe sind: „Was ist eigentlich Energie-Effizienz, was bedeutet es, dass ein Benziner 20% Wirkungsgrad hat, was passiert mit den anderen 80%?“

Ein wenig ausgeholt, ein physikalischer Grundsatz: Energie kann nicht vernichtet, sondern nur umgewandelt werden bzw. Energie kann durch Umwandlung freigesetzt werden. Das bedeutet, dass eine gewisse Menge Energie im Treibstoff gespeichert sein muss, die man durch Verbrennung in mechanische Energie umwandeln möchte. Wenn man ein wenig googelt findet man Energiewerte für Benzin von ca. 8,6 kWh je Liter, bei Diesel sind es ca. 9,8 kWh.

Wieviel Energie benötigt man, wenn man ein Auto bewegen will?

Diese Frage ist von einigen Faktoren abhängig: vom Gewicht, vom Rollwiderstand, von der Frontfläche und vom Luftwiderstand (cw-Wert) des Fahrzeugs. Außerdem ist das Ganze abhängig von der Geschwindigkeit, also ein durchaus komplexer Zusammenhang. Im Internet habe ich dazu einen Rechner gefunden: auto.pege.org Spielt man ein wenig damit, findet man heraus, dass 20% Wirkungsgrad realistisch schwierig zu erreichen sind.
Nun gut, nicht mal 20% der im Benzin gespeicherten Energie werden also in mechanische Energie umgewandelt. Die restlichen 80% verpuffen als Wärme in der Atmosphäre.

Aber wieviel ist das eigentlich?

Wenn man mit 15-25.000 km pro Jahr und einem Verbrauch zwischen 6 und 12 Liter Benzin oder Diesel rechnet, heizt man die Umwelt mit ca 15.000 kWh auf. Das entspricht dem Heizbedarf eines durchschnittlichen Einfamilienhauses, an Niedrigenergiehäuser möchte ich da gar nicht denken.

Ich rechne das einmal Milchmädchenmäßig hoch:
In Österreich fahren heute ca. 5,9 Millionen Fahrzeuge, also: 5,9 Mio. Fahrzeuge mal 15.000 kWh = 88,5 TWh Heizleistung. (1 TWh [TerraWattStunde] = 1.000.000 kWh)
Ich finde das erschreckend viel.
Im Vergleich dazu strahlt die Sonne im Jahresschnitt auf die Fläche von Östereich mit einer Energie von ca. 300 TWh. 80 EWh. Durch das Fahren mit fossilen Treibstoffen heizen wir die Umwelt zusätzlich auf.

Ein anderer Vergleich: Der Stromverbrauch Österreichs betrug im Jahr 2008 63,454 TWh. (www.umweltbundesamt.at)

Quellen:
www.statistik.at

www.desertec.org
de.wikipedia.org
de.wikipedia.org
auto.pege.org

 
About the Author

Jörg Bönisch

Jörg Bönisch ist ein Quereinsteiger in den Bereich Marketing und PR. Anfang 2010 betreute er Veranstaltungen und Messen der Raiffeisen-Leasing zum Thema Elektromobilität, wo er die E-Fahrzeuge erklärte und Testfahrten koordinierte. Seit Mai 2010 ist er fest bei der Raiffeisen-Leasing - Marketing und PR - angestellt und übernimmt dort unter anderem auch die Betreuung des Internet-Auftrittes. Während seiner Tätigkeit als Trainre im Bereich IT und Elektronik bei der Siemens AG Österreich hat er den berufsbegleitenden HTL-Lehrgang mit ausgezeichnetem Erfolg absolviert. Sein Zuständigkeitsbereich umfasste die Aus- und Weiterbildung von Lehrlingen und Erwachsenen, ebenso wie die Fortbildung sehbehinderter Menschen bis hin zu Zertifizierungen in Spezialgebieten der EDV. Nach Abschluss des HTL-Lehrgangs wechselte er in die Programm- und Systementwicklung der Siemens AG Österreich, wo er als Software-Entwickler im Bereich der VoIP Telefonie tätig war. Ökologische und nachhaltige Energieerzeugung, Energie effizient einsetzen und „last not least“: Elektromobilität! Themen für die Jörg Bönisch sich schon seit seiner Jugend begeistert. Sein Traum, eine Welt ohne Atom- und Verbrennungskraft erleben zu dürfen, rückt "Gott sei Dank" immer näher.

2 Comments

  1. rechnen sie doch noch mal nach, keine ahnung von wo die 300TWh kommen sollen, aber
    bei uns in ö sind etwa 1100kWh/m² im jahr auf die horizontale fläche,
    ==>
    1,1*10^6 Wh*80 *10^9 m²=ca 80*10^15=80 EWh
    dennoch keine frage, es wir zu viel mit dem auto gefahren.
    was ist ihr beitrag dazu?

  2. Oh, ja. Danke für die Korrektur. Da hat sich ein fataler Fehler eingeschlichen.
    Dennoch finde ich den Wert viel zu hoch. Zumindest verheizen wir mehr Treibstoff, als wir elektrischen Strombedarf haben. Diesen Vergleich wollte ich zuerst heranziehen, fand aber meinen Rechenfehler interessanter :)
    Mein Beitrag: Ich wohne in Wien und fahre mit der U-Bahn, besitze kein Auto.

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