Carsharing ist eine echte Alternative

Seit fast 10 Jahren gehöre ich zu den Carsharern in Wien. Aus einer Not heraus geboren – damals war ich gerade mit dem Studium fertig geworden und konnte mir kein Auto leisten – gehörte ich zu den ersten Carsharing Kunden von denzeldrive.

2000 habe ich dann aufgrund meiner Berufslaufbahn einen Dienstwagen erhalten und ich bin soviel es ging damit gefahren. Ich habe wenig darüber nachgedacht, ob es Sinn macht diese oder jene Strecke mit dem Auto zu fahren, es war ja einfach da und noch dazu sehr bequem. Mit dem Jobwechsel war auch das Dienstauto weg und ich begann wieder umzudenken. Ein eigenes Auto hätte ich mir mittlerweile leisten können, aber dann erinnerte ich mich an die Stunden der Parkplatzsuche, die Stunden im Stau und den Stress auf der Autobahn. Ich entschloss mich auf das eigene Auto endgültig zu verzichten.

Heute nutze ich die möglichen Verkehrsmittel so gut wie möglich: Bei Schlechtwetter die Öffis, bei Schönwetter das Fahrrad, bei längeren Strecken die Bahn. Ich gehöre auch zu den häufigeren Taxifahrgästen, weil ich mir diesen Luxus dann auch leiste. Der ist aber weit vom Luxus eines eigenen Autos kostenmäßig entfernt: Im Schnitt zehn Mal pro Monat Taxi fahren sind rd. 100 EUR. Dazu kommen noch rd. 50 EUR für die Öffis. Und etwa fünf Mal im Jahr geht es gar nicht anders und ich brauche ein Auto. Dann nehme ich mir ein Mietauto oder nutze eben das Carsharing.

Carsharing rechnet sich unter 12.000 km im Jahr!

Der VCÖ hat in einer aktuellen Studie nachgewiesen, dass ein eigenes Auto sich finanziell erst ab einer gewissen Grenze rechnet. Zumindest für jene, die weniger als 12.000 km im Jahr fahren. Der VCÖ zeigt, dass bei 10.000 Jahreskilometer der eigene VW-Polo monatlich 574 Euro kostet, Carsharing hingegen nur 488 Euro. Bei weniger Kilometer wird’s natürlich für Carsharer noch günstiger.

Um sich nicht in die Tasche zu lügen, sollte man allerdings bei der persönlichen Vergleichskalkulation nicht von den aktuellen Autokilometern ausgehen, sondern von einer „optimierten“ Variante: Überlegen Sie sich ehrlich, wieviele Kilometer Sie wirklich mit dem Auto tatsächlich zurück müssen. Bei mir sind es rd. 2.000 km im Jahr – inkl. Urlaubskilometer.

Wenn Sie aber nicht nachrechnen wollen, bleibt aber immer noch die Möglichkeit, die nächsten nicht unbedingt notwendigen Autokilometer vielleicht doch mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurückzulegen. Das kostet nämlich überhaupt nichts – nicht einmal eine Vergleichsrechnung.

 
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Günter Strobl

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Günter Strobl leitet seit 2006 den Bereich Information & Organisation in der Raiffeisen-Leasing. 2003 hat er das Qualitätsmanagement für das Unternehmen entwickelt und aufgebaut. Neben IT und Unternehmensstrategie ist er für das Betriebsmanagement und damit für Beschaffung und Gebäudemanagement verantwortlich. Die bisherigen privaten und beruflichen Stationen des gebürtigen Waldviertler waren nach dem Betriebswirtschaftsstudium in Wien und den USA u.a. das Unternehmen PHILIPS, der ORF, die Stuttgarter Managementberatung Horváth & Partners sowie die Wiener Grünen. Sein XING-Profil:

One Comment

  1. meine erfahrung mit carsharing (auch ich war schon mitglied bei auto- teilen, dem vorgänger von denzeldrive, heute carsharing.at; wie lange ist das her?) ist auch, dass ich es in der praxis viel weniger brauche als ich ursprünglich dachte. meist ist dann doch eine kombi aus taxi und öffi, mitgenommen werden, fahrrad etc günstiger/bequemer…
    zum kombi taxi und öffis hab ich grad einen kommentar geschrieben:
    http://schindlers.at/2009/06/19/standplatzpolitik-ist-verkehrspolitik/

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